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Mit Wasserlacken ein Pionier der Nachhaltigkeit

Westdeutsche Farben GmbH

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Wirtschaftsforum: Herr Schramm, erzählen Sie uns doch zum Einstieg in unser Gespräch etwas über die Geschichte der Westdeutsche Farben GmbH.

Robert Schramm: Mein Großvater Oscar Brüche gründete das Unternehmen 1923. In zweiter Generation wurde das Unternehmen dann extern weitergeführt. Ich bin die dritte Generation und seit 24 Jahren als Geschäftsführer verantwortlich. Wir haben sehr früh angefangen, uns auf wasserverdünnbare Lacke zu spezialisieren. Schon vor 30 Jahren sind wir mit Wasserlacken eingestiegen. Diesen Trend habe ich weitergeführt und wir sind heute eine reine Wasserlackfabrik.

Wirtschaftsforum: Was motiviert Sie besonders als geschäftsführender Gesellschafter eines Familienunternehmens?

Robert Schramm: Schön ist, dass ich mit meinem Team und mit der wefa in den letzten Jahren super gewachsen bin. Als ich das Unternehmen übernommen habe, waren wir 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, heute sind wir 60. Auch den Umsatz konnten wir steigern und liegen heute bei rund 13 Millionen EUR.

Wirtschaftsforum: Sie sind auf verschiedene Branchen spezialisiert. Wem liefern Sie Ihre Lacke?

Robert Schramm: Sie sehen uns jeden Tag - auf Straßenbahnen und auf vielen Zügen der Deutschen Bahn sind unsere wasserbasierten Lacke. Ich freue mich jeden Tag darüber, dass wir als so genannter ´Hidden Champion` mitten im Ruhrgebiet unseren Sitz haben. Viele wissen nicht, dass es hier in Essen einen Lackhersteller gibt und dass dieser Lacke für Schienenfahrzeuge weltweit produziert. Neben den Herstellern von Schienenfahrzeugen beliefern wir den Maschinen- und Apparatebau, die Möbelindustrie sowie Unternehmen der Wehrtechnik.

Wirtschaftsforum: Ist die wefa ein reiner Fertigungsbetrieb oder entwickeln Sie Ihre Lacke auch selbst?

Robert Schramm: Sämtliche Lacksysteme sind von uns selbst entwickelt. Wir arbeiten intensiv daran, unsere Lacke noch umweltfreundlicher zu machen. Auch wenn unsere Lacke auf Wasser basieren, sind Grundierungen, Füller und Decklacke nicht komplett frei von Lösemitteln. Wir sind damit beschäftigt, den Anteil an Lösemitteln so weit wie möglich zu reduzieren und unsere Lacke noch beständiger gegen zum Beispiel Graffiti zu machen. Das bedeutet, dass sie auf der Lackoberfläche ohne Rückstände entfernt werden können. Außerdem achten wir sehr stark darauf, dass unsere Produkte langlebig sowie gegen ultraviolettes Licht und Korrosion beständig sind, lange glänzen und der Farbton stabil bleibt.

Wirtschaftsforum: Sie beliefern Hersteller von Schienenfahrzeugen weltweit. Welches sind Ihre Exportmärkte?

Robert Schramm: Etwa 40% unserer Produkte verkaufen wir ins Ausland. Wir exportieren nach ganz Europa, nach China, in die Türkei und zukünftig vielleicht auch bald nach Indien.

Wirtschaftsforum: Wir haben Sie als Unternehmen auf Corona reagiert?

Robert Schramm: Auch für uns war die Situation nicht einfach. Wir sind zu einem Zweischichtbetrieb übergegangen und diese beiden Arbeitsschichten haben keine Berührungspunkte miteinander. Auch grundsätzlich sind wir im Betrieb alle sehr vorsichtig. Der Aufwand, den wir betreiben, ist sehr groß und wir können unsere Kunden aktuell leider nicht so betreuen wie sonst. Außerdem haben wir einen Anti-Corona-Lack entwickelt, den wir auch selbst einsetzen. Das ist ein Klarlack, der durch Wischen aufgetragen wird, auf nahezu allen Untergründen haftet und auf dessen Oberfläche Viren und Bakterien absterben. Dieses Produkt könnte uns auch ganz neue Märkte erschließen.

Wirtschaftsforum: Gibt es weitere Innovationen?

Robert Schramm: Wir haben für die Schienenfahrzeugindustrie einen weiteren, so genannten Einkomponenten-Klarlack entwickelt, der sehr beständig ist. Außerdem haben wir einen Einschichtlack für die Industrie entwickelt, der Grundierung und Decklack in einem ist sowie hoch korrosionsbeständig und farbecht.

Wirtschaftsforum: Ein großes Thema unserer Zeit ist die Digitalisierung. Sind Sie auf diesem, Gebiet auch aktiv?

Robert Schramm: Im Unternehmen führen wir gerade Scanner ein und wollen uns step-by-step weiter digitalisieren.

Robert Schramm: Ich wünsche mir, dass die Familienunternehmen nicht sterben. Es werden immer mehr Unternehmen aufgekauft und immer mehr Familienunternehmen verschwinden. Wir sind glücklich und stolz, dass wir in zwei Jahren unser 100-jähriges Firmenjubiläum feiern können. Meine Kinder stehen bereits in den Startlöchern und ich würde mich freuen, wenn sie die Tradition weiterführen.

Wirtschaftsforum: Zum Abschluss eine persönliche Frage. Welches ist Ihre Lieblingsfarbe?

Robert Schramm: Grün. Denn grün ist die Hoffnung. Außerdem liebe ich Natur und bin Jäger.

Westdeutsche Farben GmbH (wefa)
Hafenstraße 223-225
45356 Essen
Deutschland
+49 201 8331600
+49 201 8331608
info(at)wefa-gmbh.de
www.wefa-gmbh.de

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